Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel A meta-analysis of technology use and cognitive aging zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2025 veröffentlicht. Sie stammt von Jared F. Benge und Michael K. Scullin von der Universität von Texas in Austin und der Baylor-Universität in den USA.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Die heutige Generation älterer Menschen ist die erste, die über viele Jahre digitale Technologien genutzt hat. Manche Forschende vermuten, dass dies die
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: 1) Wie hängt die Nutzung digitaler Technologien mit der geistigen Leistungsfähigkeit im Alter zusammen? 2) Beeinflussen bestimmte Merkmale der Erwachsenen, zum Beispiel das Geschlecht, diesen Zusammenhang?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden wollten herausfinden, wie die Nutzung von Technologien über längere Zeit im Erwachsenenleben mit der
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden insgesamt 57 Studien aus den Jahren 2010 bis 2024, deren Ergebnisse sie mit einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt sind das Studienergebnisse von 411 430 Erwachsenen. Das durchschnittliche Alter der Erwachsenen lag bei etwa 69 Jahren. Frauen und Männer waren in etwa gleich häufig vertreten.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Die Forschenden untersuchten unter anderem folgenden Merkmale:
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Geistige Leistungsfähigkeit - erfasst mit wissenschaftlich anerkannten Tests
- Zum Beispiel Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Denkfähigkeit
- erfasst als
Diagnose - Zum Beispiel
kognitive Beeinträchtigungen ,Demenz
- Zum Beispiel
- erfasst mit wissenschaftlich anerkannten Tests
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Nutzung digitaler Technologien
- Zum Beispiel Computer, Smartphone, Internet, soziale Medien
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Merkmale der Erwachsenen, zum Beispiel ihr Geschlecht
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Die Nutzung digitaler Technologien hing mit einem geringeren Risiko für das Nachlassen der
geistigen Leistungsfähigkeit im Alter zusammen. DieOdds Ratio betrug 0.42. Das ist ein mittelgroßer bis großer Zusammenhang. Je häufiger Erwachsene digitale Technologien nutzten, desto besser war ihre geistige Leistungsfähigkeit. -
Der Zusammenhang war je nach Art der genutzten Technologie unterschiedlich. Am stärksten war der Zusammenhang bei der Nutzung verschiedener Technologien mit einer Odds Ratio von 0.25. Am schwächsten war er bei Computernutzung mit einer Odds Ratio von 0.54. Das sind große und mittelgroße Zusammenhänge. Je häufiger Erwachsene eine Art von digitaler Technologie nutzten, desto besser war insgesamt ihre geistige Leistungsfähigkeit.
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Die Merkmale der Erwachsenen hatten keinen bedeutsamen Einfluss auf den Zusammenhang.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Wer im höheren Alter Computer oder Smartphone nutzt, hat im Durchschnitt eine bessere geistige Leistungsfähigkeit. Hinweise auf eine Verschlechterung der Denkleistung durch digitale Technologien gab es nicht. Digitale Technologien können im Alltag helfen. Zum Beispiel erleichtern sie es, Termine zu organisieren, Erinnerungen zu verwalten und Kontakte zu pflegen. Es gibt aber auch Risiken wie Betrug oder viel passive Nutzung, zum Beispiel Videos schauen. Insgesamt spielt es also eine wichtige Rolle, wie man die Technologien nutzt. Laut den Forschenden sollte zukünftige Forschung untersuchen, ob digitale Technologien die geistige Leistungsfähigkeit wirklich länger erhalten oder ob Menschen, die geistig fitter sind, einfach häufiger digitale Technologien nutzen. Außerdem sollten Studien ermitteln, welche Art der Nutzung am besten ist.
Wie lassen sich die Ergebnisse einordnen?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde ein Zusammenhang zwischen der Nutzung digitaler Technologien und einer besseren
Sind die Ergebnisse durch Publication Bias verzerrt?
Die Forschenden fanden keine Hinweise auf
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu bedenken, dass die Teilnehmenden in vielen Studien selbst einschätzten, wie viel sie digitale Technologien nutzten. Oft ist auch unklar, wann sie damit begonnen haben. Deshalb lässt sich nicht genau sagen, wie lange eine Nutzung nötig ist, um einen möglichen Einfluss zu haben. Außerdem stammen die meisten Studien aus Ländern mit mittlerem oder hohem Einkommen. Dadurch weiß man nicht, ob die Ergebnisse auch für andere Länder gelten.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde durch die National Institutes of Health, die National Science Foundation sowie die Alzheimer’s Association gefördert. Die National Institutes of Health sowie die National Science Foundation sind staatliche Einrichtungen zur Forschungsförderung in den USA. Die Alzheimer’s Association ist eine gemeinnützige Organisation, die Forschungsprojekte zu Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen finanziell unterstützt.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine