Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Transgenerational transfer of genocidal trauma: a systematic review and meta-analysis zusammen. Der KLARpsy-Text wurde von Eleftheria Vlachou und Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie gemeinsam verfasst. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2026 veröffentlicht. Sie stammt von Larysa Zasiekina und sechs weiteren Forschenden von der Universität Exeter und fünf weiteren Instituten.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Die Erfahrung eines Völkermords ist für eine Bevölkerung sehr belastend. Die Überlebenden leiden häufig unter
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: 1) Wie häufig tritt bei Nachkommen von Überlebenden eines Völkermords eine Posttraumatische Belastungsstörung auf? 2) Hängt das Auftreten einer Posttraumatischen Belastungsstörung damit zusammen, welches Alter oder Geschlecht die Nachkommen haben?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien zur Häufigkeit von
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden 7 Studien aus den Jahren 2017 bis 2025, deren Ergebnisse sie mit einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt sind das Studienergebnisse von 1 569 direkten Nachkommen von Überlebenden eines Völkermords. Vier Studien wurden in Rwanda durchgeführt und jeweils eine Studie in Kambodscha, Armenien und Israel.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 7 Studien schauten die Forschenden, wie viele der Nachkommen eine Posttraumatische Belastungsstörung haben. Sie untersuchten auch, ob das Alter und das Geschlecht der Nachfahren das Auftreten der Störung beeinflussen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale wurden untersucht:
- Hat die Person eine Posttraumatische Belastungsstörung?
Dazu gehört unter anderem:
- Die Person erlebt das traumatische Ereignis in Form von Flashbacks oder Albträumen immer wieder.
- Die Person vermeidet Gedanken oder Erinnerungen an das Ereignis.
- Die Person ist übermäßig erregt, kann zum Beispiel nicht gut schlafen oder sich nur schlecht konzentrieren.
- Wie alt ist die Person?
- Ist die Person weiblich oder männlich?
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Etwa 18 % aller Teilnehmenden an den Studien hatten eine
Posttraumatische Belastungsstörung . Das bedeutet, dass 18 von 100 der Nachfahren eines Völkermords eine Posttraumatische Belastungsstörung hatten. -
Die Häufigkeit der Störung lag zwischen 9% und 37%. Das zeigt, dass das Auftreten einer Posttraumatischen Belastungsstörung zwischen den Nachfahren je nach Studie unterschiedlich ist.
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Das Alter oder das Geschlecht der Nachfahren hatte keinen bedeutsamen Einfluss darauf, ob sie eine Posttraumatische Belastungsstörung hatten.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde untersucht, wie häufig bei Nachfahren von Überlebenden eines Völkermords eine
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie haben sich bemüht, diese Verzerrungen zu berücksichtigen. Sie nehmen deshalb an, dass Posttraumatische Belastungsstörungen tatsächlich ähnlich häufig auftreten wie in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu denken: Wie häufig eine Posttraumatische Belastungsstörung unter den Nachfahren eines Völkermords auftrat, war zwischen den Studien unterschiedlich. Es gab außerdem keine Information darüber, wann die Posttraumatische Belastungsstörung bei den Nachkommen auftrat oder wie viel Zeit nach dem Völkermord verging.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden schreiben nichts über die Bedeutung ihrer Ergebnisse im Alltag.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde durch das Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Ukraine finanziert.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine