Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel A meta-analysis of genetic effects associated with neurodevelopmental disorders and co-occurring conditions zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2023 veröffentlicht. Sie stammt von Agnieszka Gidziela von der Queen Mary University of London aus Großbritannien und elf weiteren Forschenden von fünf weiteren Instituten.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Weltweit haben rund 15% der Kinder
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Wie hoch ist die Vererbbarkeit von Störungen in der Entwicklung des Nervensystems?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden wollten herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen erblich bedingten Gemeinsamkeiten und Störungen in der Entwicklung des Nervensystems gibt. Außerdem wollten sie untersuchen, ob es erblich bedingte Gemeinsamkeiten beim Auftreten von mehreren verschiedenen Störungen in der Entwicklung des Nervensystems gibt. Dazu suchten sie nach Studien über die Vererbbarkeit von
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden insgesamt 296 Studien. Davon waren 292 Studien mit Ergebnissen aus
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Die Forschenden haben folgende Merkmale untersucht:
-
Haben die Kinder oder Jugendlichen eine oder mehrere Störungen in der Entwicklung des Nervensystems?
-
Wie vererbbar ist die Störung?
- Tritt sie häufig in Familien auf?
- Gibt es Gemeinsamkeiten in der DNA der betroffenen Kinder und Jugendlichen?
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
-
Wurden nur
Familienstudien berücksichtigt, dann zeigte sich eine starke Vererbbarkeit vonStörungen in der Entwicklung des Nervensystems . Die Vererbbarkeith² lag hier bei 0.66. Das bedeutet, dass etwa 66% der Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen in Bezug auf diese Störungen mit erblich bedingten Unterschieden zusammenhängen. -
Wurden nur
Studien mit DNA-Informationen berücksichtigt, dann zeigte sich eine mittelstarke Vererbbarkeit von Störungen in der Entwicklung des Nervensystems. Die Vererbbarkeit h² lag hier bei 0.19. Das bedeutet, dass etwa 19% der Unterschiede zwischen Kindern und Jugendlichen in Bezug auf diese Störungen mit bestimmten erblich bedingten Varianten zusammenhängen. -
Dass eine Person zwei oder mehr verschiedene Störungen in der Entwicklung des Nervensystems hat, ist stark vererbbar. Bei Familienstudien betrug die Vererbbarkeit h² 0.47 und bei Studien mit Gemeinsamkeiten in der DNA 0.39. Das bedeutet, dass ein großer Teil der Unterschiede im gemeinsamen Auftreten mehrerer dieser Störungen mit erblich bedingten Unterschieden zusammenhängt.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Beim Auftreten von
Wie lassen sich die Ergebnisse einordnen?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde der Zusammenhang zwischen
Sind die Ergebnisse durch Publication Bias verzerrt?
Die Forschenden fanden Hinweise auf
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden weisen darauf hin, dass die meisten Studien zur Vererbbarkeit von Störungen in der Entwicklung des Nervensystems aus westlichen Ländern stammen. Das erschwert es, die Ergebnisse auf andere Regionen zu übertragen. Es gibt außerdem noch nicht viele Studien, die die DNA untersuchen. Diese Methode funktioniert etwas anders als Familienstudien und liefert an sich niedrigere Werte für die Vererbbarkeit. Für ein umfassenderes Bild zur Vererbbarkeit bräuchte man noch mehr Studien, die die DNA untersuchen. Zur Rolle der Umwelt, also zu welchem Anteil Störungen in der Entwicklung des Nervensystems beispielsweise durch Erziehung oder Bildung beeinflusst werden, liefert die Übersichtsarbeit keine Ergebnisse.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde durch verschiedene Stipendien und Fördermittel mehrere Forschungsinstitute aus Großbritannien und den USA finanziert. Die Förderer hatten keinen Einfluss auf den Inhalt der Übersichtsarbeit.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine