Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Meta-analysis of the relationship between bullying and depressive symptoms in children and adolescents zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2023 veröffentlicht. Sie stammt von Zixiang Ye und sieben weiteren Forschenden von der Universität für Elektronische Wissenschaft und Technologie Chinas, der Universität Chengdu und einem weiteren Institut der Provinz Sichuan aus China.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: Wie hängt das Risiko für depressive Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen mit dem Ausüben von Mobbing, dem Erleben von Mobbing oder beidem zusammen?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, die untersuchten, wie unterschiedliche Mobbingerfahrungen mit
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden insgesamt 31 Studien aus den Jahren 2008 bis 2022, deren Ergebnisse sie mit einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt sind das Studienergebnisse von 133 688 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 18 Jahren.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 31 Studien schauten die Forschenden, ob Mobbing mit einem höheren Risiko für depressive Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen zusammenhängt.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Folgende Merkmale haben die Forschenden untersucht:
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Mobbingform
- Mobbing außerhalb des Internets oder
Cybermobbing - Erfasst über Selbstberichte
- Mobbing außerhalb des Internets oder
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Art der Mobbingerfahrung
- Selbst Mobbing ausgeübt
- Mobbing erlebt
- Mobbing ausgeübt und erlebt
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Depressive Beschwerden
- Erfasst über Selbstberichte oder standardisierte Interviews
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Merkmale der Kinder und Jugendlichen
- Alter
- Kulturelle Herkunft
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
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Kinder und Jugendliche, die Mobbing erlebten, hatten ein höheres Risiko für
depressive Beschwerden als Gleichaltrige ohne solche Erfahrungen. Die EffektstärkeOdds Ratio betrug 2.77. Das bedeutet: Das Risiko für depressive Beschwerden war bei Kindern und Jugendlichen, die Mobbing erlebten, um fast das Dreifache erhöht. -
Auch Kinder und Jugendliche, die Mobbing ausübten, hatten ein erhöhtes Risiko für depressive Beschwerden. Die Odds Ratio betrug 1.73. Das bedeutet: Das Risiko für depressive Beschwerden war für Kinder und Jugendliche, die Mobbing ausübten, um etwa das 1.7-fache erhöht.
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Am höchsten war das Risiko bei Kindern und Jugendlichen, die Mobbing sowohl ausübten als auch erlebten. Die Odds Ratio betrug 3.19. Das bedeutet: Das Risiko für depressive Beschwerden war mehr als dreimal so hoch als bei Kindern und Jugendliche ohne Mobbingerfahrungen.
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Die Mobbingform beeinflusste das Risiko für depressive Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen, die Mobbing erlebten. Das Risiko war geringer bei Kindern und Jugendlichen, die
Cybermobbing erlebten, im Vergleich zu Mobbing außerhalb des Internets. -
Auch die kulturelle Herkunft beeinflusste das Risiko für depressive Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen, die Mobbing erlebten. Das Risiko war bei Studien aus Asien niedriger als in Studien aus Europa. Das Alter hatte keinen bedeutsamen Einfluss.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurde ein Zusammenhang zwischen Mobbing und einem erhöhten Risiko
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
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Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
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Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden Hinweise auf solche Verzerrungen. Sie nehmen deshalb an, dass der Zusammenhang zwischen Mobbing und depressiven Beschwerden tatsächlich kleiner ist als in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die Forschenden geben zu bedenken: Die Studien unterschieden sich teilweise stark voneinander. Zum Beispiel darin, wie depressive Beschwerden erfasst wurden und was unter Mobbing verstanden wurde. Das könnte die Ergebnisse beeinflusst haben. Zudem lagen nur wenige Studien zu den Mobbingerfahrungen vor. Das macht die Ergebnisse unsicher.
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden betonen, wie wichtig es ist, Mobbing frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Schulen und Familien spielen dabei eine wichtige Rolle.
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
Die Erstellung der Übersichtsarbeit wurde durch die Nationale Naturwissenschaftsstiftung Chinas finanziert. Zusätzlich förderten die Stiftung des Pflegeschlüssellabors der Provinz Sichuan sowie das Wissenschafts- und Technologieprogramm der Provinz Sichuan diese Arbeit. Das sind alles staatliche chinesische Einrichtungen, die wissenschaftliche Forschungsprojekte finanziell unterstützen.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden berichten, dass keine