Worum geht es?
KLARpsy-Texte bereiten Forschungsergebnisse aus der Psychologie für die Öffentlichkeit auf. Dieser KLARpsy-Text wurde von Mitarbeitenden des Leibniz-Instituts für Psychologie verfasst. Der KLARpsy-Text fasst die Übersichtsarbeit mit dem Titel Efficacy of metacognitive therapy in improving mental health: A meta-analysis of single-case studies zusammen. Diese Übersichtsarbeit beinhaltet eine Metaanalyse. Die Übersichtsarbeit wurde 2018 veröffentlicht. Sie stammt von Lucien Rochat und zwei weiteren Forschenden von der Universität Genf und zwei weiteren Instituten.
Was war das Ziel der Übersichtsarbeit?
Hintergrund:
Bei psychischen Beschwerden wie Depressionen haben Betroffene oft negative Gedanken und grübeln viel. Die
Forschungsfrage:
Mit ihrer Übersichtsarbeit wollten die Forschenden herausfinden: 1) Wie gut helfen metakognitive Therapie und Aufmerksamkeitstraining bei der Behandlung psychischer Beschwerden? 2) Welche weiteren Merkmale, zum Beispiel die Anzahl der Sitzungen, beeinflussen die Wirksamkeit?
Wie sind die Forschenden in der Übersichtsarbeit vorgegangen?
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gesucht?
Die Forschenden suchten nach Studien, die untersuchten, wie gut die
Welche Studien haben die Forschenden für die Übersichtsarbeit gefunden?
Die Forschenden fanden insgesamt 14 Studien aus den Jahren 1990 bis 2014, deren Ergebnisse sie mit einer Metaanalyse zusammenfassen konnten. Insgesamt sind das Studienergebnisse von 53 Erwachsenen.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit gemacht?
In den 14 Studien schauten die Forschenden, wie gut eine metakognitive Therapie oder ein Aufmerksamkeitstraining gegen psychische Beachwerden hilft.
Was haben die Forschenden in der Übersichtsarbeit untersucht?
Die Forschenden untersuchten unter anderem folgende Merkmale:
- Psychische Beschwerden
-
Angststörung -
Depression - andere psychische Erkrankungen
-
- Merkmale der Behandlung
- Aufmerksamkeitstraining als Teil der metakognitiven Therapie oder als eigenständige Behandlung
- Anzahl der Sitzungen
Hinweis der KLARpsy-Autor:innen
Sollten Ihnen Begriffe in diesem Abschnitt nicht vertraut sein, finden Sie eine Erklärung im KLARpsy-Wörterbuch.
Was sind die wichtigsten Ergebnisse?
- Die psychischen Beschwerden nahmen insgesamt nach der Behandlung durch metakognitive Therapie oder Aufmerksamkeitstraining ab. Die Effektstärke
Cohens d betrug 1.55. Das ist ein großer Unterschied. Umgerechnet bedeutet dies: 94 von 100 Person hatten nach der Behandlung weniger psychische Beschwerden als der Durchschnitt vor der Behandlung. - Ängste nahmen nach der Behandlung durch die metakognitive Therapie oder das Aufmerksamkeitstraining ebenfalls ab. Die Effektstärke Cohens d betrug 1.31. Das ist ein großer Unterschied. Umgerechnet bedeutet dies: 90 von 100 Personen hatten nach der Behandlung weniger Angstbeschwerden als der Durchschnitt vor der Behandlung.
- Auch depressive Beschwerden nahmen nach der Behandlung ab. Die Effektstärke Cohens d betrug 1.08. Das ist ein großer Unterschied. Umgerechnet bedeutet dies: 86 von 100 Personen hatten nach der Behandlung weniger depressive Beschwerden als der Durchschnitt vor der Behandlung.
- Auch die anderen psychischen Erkrankungen nahmen nach der Behandlung ab. Die Effektstärke Cohens d betrug 1.72. Das ist ebenfalls ein großer Unterschied. Umgerechnet bedeutet dies: 96 von 100 Personen hatten nach der Behandlung weniger Beschwerden als der Durchschnitt vor der Behandlung.
- Die Anzahl der Sitzungen hatte einen Einfluss darauf, wie wirksam die Behandlung war. Mehr Sitzungen führten zu einer deutlicheren Abnahme der psychischen Beschwerden.
- Ob das Aufmerksamkeitstraining als eigenständige Behandlung oder als Teil der metakognitiven Therapie eingesetzt wurde, hatte keinen bedeutsamen Einfluss darauf, wie wirksam die Behandlung war.
Wie lassen sich die Ergebnisse bewerten?
Was ist die Ursache für die Ergebnisse?
In der Übersichtsarbeit wurden Unterschiede in den psychischen Beschwerden vor und nach der Behandlung beobachtet. Wegen der Art der Studien, die berücksichtigt wurden, weiß man nur, dass es diese Unterschiede gibt. Man kann aber nicht sicher sagen, dass die
Sind die Ergebnisse durch eingeschränktes Veröffentlichen von Studien verzerrt?
- Worum geht es? Eindeutige Forschungsergebnisse lassen sich leichter veröffentlichen als uneindeutige Ergebnisse. Das ist für Übersichtsarbeiten problematisch. Sie können unveröffentlichte Ergebnisse nämlich nicht berücksichtigen.
- Was bedeutet das für die vorliegende Übersichtsarbeit? Die Forschenden fanden Hinweise auf solche Verzerrungen bei
Depressionen . Sie haben sich bemüht, diese Verzerrungen zu berücksichtigen. Sie nehmen deshalb an, dass die Abnahme der psychischen Beschwerden nach der Behandlung tatsächlich ähnlich groß ist wie in ihrer Übersichtsarbeit berechnet.
Wie zuverlässig sind die Ergebnisse?
Die meisten Studien untersuchten nur, wie es einzelnen Personen vor und nach der Behandlung ging. Es gab jedoch keine Vergleichsgruppen ohne Behandlung. Dadurch lässt sich nicht sicher zeigen, dass die Verbesserungen tatsächlich auf die Behandlung zurückzuführen sind. Manche leichtere Beschwerden verbessern sich zum Beispiel nach einiger Zeit von allein. Unklar bleibt auch, für welche Personen
Welchen Alltagsbezug sehen die Forschenden in der Übersichtsarbeit?
Die Forschenden betonen, dass
Falls Sie oder jemand in Ihrem Umfeld von einer
Was ist noch zu beachten?
Wer hat die Übersichtsarbeit finanziert?
In der Übersichtsarbeit können keine Angaben dazu gefunden werden, wie diese finanziert wurde.
Berichten die Forschenden in der Übersichtsarbeit eigene Interessenkonflikte?
Die Forschenden machen keine Angaben dazu, ob bei ihnen ein